2. Februar 2012 Moritz Kirchner & Sascha Krämer

Mitteschön will immer mehr - und verliert dabei jedes Maß

"Über die Stadtplanung in Potsdam entscheiden die demokratisch gewählten Gremien und nicht die Interessen einzelner Lobbyisten, die anscheinend gern in einem Museum wohnen möchten. Nachdem die Bürgerinitiative "Mitteschön" erfolgreich um die Wiederbebauung am Alten Markt gekämpft hat und in Teilen ihre Vorstellungen zu den  Leitbauten in die Diskussion zur Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte einbringen konnte, scheinen die dort engagierten Menschen jedes Maß zu verlieren - wenn sie erneut den Abriss des Wohnblocks am Alten Markt fordern", so Sascha Krämer, Kreisvorsitzender DIE LINKE.Potsdam.

"Die Potsdamer Initiative Mitteschön, welche sich der Gewinnung der historischen Innenstadt verschreibt, hat mit kruden Argumenten gestern den Abriss des Staudenhofs gefordert, und sich argumentativ dabei in die Zeit der Blockkonfrontation begeben, findet Moritz Kirchner, Ortsverbandsvorsitzender Potsdamer Mitte. "Der Staudenhof mit seinen 180 Wohnungen ist einer der wenigen bezahlbaren Wohnräume in der Innenstadt und erfüllt daher eine wichtige soziale Funktion in dieser Stadt. Selbst die Stadt hat Klipp und klar gesagt, dass der Wohnblock erhalten werden soll. Hierfür werden auch wir weiterhin streiten.Wenn Mitteschön schon historische Irrwege anführt, so muss klar gesagt werden, dass die Geschichte der Stadt auch aus der DDR-Geschichte besteht und nicht nur aus altpreußischen Projektionen. Wenn jetzt in der Potsdamer alles einem bestimmten Schönheitsideal des lautstarken Bürgertums unterworfen wird, so erfüllt Potsdam nicht seine Kernaufgabe, nämlich eine Stadt für alle. Und zudem: Auch die Zeit, der Mitteschön offenkundig hinterher trauert, hatte mehr als genug Irrwege", so Kirchner.

Zum Abschluss sei die Frage gestattet, wer eigentlich legitimiert ist, den historischen Zeitpunkt festzulegen, wie Potsdam heute aussehen soll?

Moritz Kirchrner & Sascha Krämer