8. Februar 2012 Ronny Besançon, Kreisvorstandsmitglied

Stadt argumentiert nicht fair

Zur gestrigen Pressekonferenz zur Pachtzinserhöhung der Pro Potsdam gegenüber alternativer Wohnprojekte in Potsdam erklärt Kreisvorstandsmitglied der Partei DIE LINKE. Ronny Besançon und der Ortsverband Potsdam-West der Partei DIE LINKE:
Stadt argumentiert in der Frage der Pachterhöhung für alternative Wohnprojekte nicht fair
Die Stadt (in Persona Elona Müller-Preinesberger) argumentiert, die Pächter der alternativen Wohnprojekte wollten soziale Leistungen beantragen und müssten demzufolge ihre finanzielle Situation offen legen. Das stimmt aber nicht. Denn die Pächter verlangen lediglich, von einer Pachterhöhung abzusehen. Wenn man mit seinem Vermieter über eine Mieterhöhung streitet, darf dieser auch nicht verlangen, dass man seine finanzielle Situation offen legt.

Nichts desto trotz könnte man sicher in den Verhandlungen mit der Stadt anders vorgehen, als es die Vertreter der alternativen Wohnprojekte derzeit tun. Vor dem Hintergrund der Situation in Potsdam ist dies jedoch auch verständlich, da die Angst vor „tarnen, täuschen, tricksen“ sehr hoch ist. Am Ende müssen die Pächter entscheiden, wie sie verhandeln wollen. Mit dem Finger auf sie zu zeigen und zu sagen "Ihr wollt auf Kosten anderer Mieter der GEWOBA leben", ist falsch. Die Pro Potsdam hat immerhin günstig zwei Häuser, die gänzlich unbewohnbar waren, nahezu kostenfrei in 10 Jahren bewohnbar gemacht/erhalten bekommen. Das darf man nicht vergessen. Dass der Chef von Pro Potsdam dies nicht wusste, zeugt leider auch nicht von gutem Kommunikationsstil innerhalb der Pro Potsdam.
 DIE LINKE plädiert weiterhin dafür, die Pachterhöhung auszusetzen und den Pächtern in Sachen Sanierung zu vertrauen. Es sollte auch berücksichtigt werden, dass die Projekte viel ehrenamtliche Kultur- und Aufklärungsarbeit anbieten und somit die Wohngebiete aufwerten, in denen sie existieren. 


Ronny Besançon, Kreisvorstandsmitglied