26. Juni 2017 Norbert Müller, MdB

Alternativen für den Pendlerverkehr schaffen

Ich fordere ein Umdenken in der Stadt – weg von einer einseitig autogerechten Stadt. Verbesserung der Lebensqualität der Menschen gehe nur mit der Verringerung von Verkehrsbelastung, der Verkürzung von Wegezeiten und der Optimierung von Verkehrsbeziehungen einher.

Es ist ja schön, wenn die beiden Bundestagskandidatinnen Dr. Ludwig (CDU) und Dr. Schüle (SPD) die Stadt in Bezug auf die Zepplinstraße kritisieren. Hilfreicher und vor allem ehrlicher wäre es gewesen, sie hätten vorher mit ihren Stadtfraktionen geredet. Diese tragen den Modelversuch – so wie er gerade statt findet – mit.

Die Linke hat von Anfang an gesagt, es müssen zu erst attraktive Alternativen geschaffen werden, um Pendler zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Personennahverkehr zu motivieren. Erst dann könne man über eine Verengung nachdenken. Es ist unwahrscheinlich, dass der mit einer Verengung der Zeppelinstraße gewollte Druck auf die Autofahrer tatsächlich zu einem Umsteigen auf den ÖPNV führt, gerade wenn Alternativen fehlen.

Alternative wären zum Beispiel die Schaffung einer tariflichen Einheit zwischen Stellplatzangeboten und dem ÖPNV, wobei der Parkausweis gleichzeitig zur Nutzung des ÖPNV im gesamten Stadtgebiet berechtigt. Eine Taktverdichtung von Bus und Bahn – vor allem zur Rush Hour. Eine durchgehende Busspur. Sichere Fahrradwege. Schnelle Reaktivierung des Bahnhofes Pirscheide. Ziel muss es sein, Akzeptanz für das weitere Vorgehen zur Zurückdrängung der Schadstoffbelastung in der Potsdamer Bevölkerung zu erreichen und das auch im Umland.

Wir müssen Potsdam und seine Nachbargemeinden als eine Region sehen und gemeinsam entwickeln – und das bei vielen Politkfeldern - eines ist davon ist der Verkehr. Wir werden nur dann eine befriedigende Lösung finden, wenn alle Akteure gemeinsam an einem Strang ziehen. Es sollte angestrebt werden, eine einvernehmliche Lösung mit dem Landkreis Potsdam Mittelmark zu finden. Vielleicht geht das nur über gemeinsame Projekte. Warum kann die Stadt Potsdam nicht ein großes Parkhaus bei Werder bauen und finanzieren, um die Pendler schon dort in Bus und Bahn zu bekommen? Das wäre ein guter erster Schritt