31. Juli 2018 Martina Trauth, OB Kandidatin

Babelsberger Filmorchester darf nicht sterben!

Gestern wurde öffentlich, dass das traditionsreiche Babelsberger Filmorchester wegen einer benachbarten Baustelle und des damit verbundenen Baulärms über lange Zeit sein Studio nicht mehr nutzen können wird. Damit müsste es sich auflösen, weil die Fortführung finanziell nicht zu sichern sei, so Intendant Klaus-Peter Beyer. Die parteilose Oberbürgermeisterkandidatin der LINKEN, Martina Trauth fordert:

Babelsberger Filmorchester darf nicht sterben!

"Die Existenzsicherung des Filmorchesters muss unverzüglich Chefsache werden! Ich fordere den Oberbürgermeister auf, unverzüglich alle Beteiligten - den Investor, das Filmorchester und die Bauverwaltung an einen Tisch zu holen und eine Lösung des Problems zu erarbeiten. Dieser Tisch darf nicht eher wieder verlassen werden, bis es diese Lösung gibt. Auch der Filmpark und die Filmstudios Babelsberg müssen ja ein hohes Interesse daran haben, die Fortexistenz des Orchesters zu sichern.

Auch bei Baustellen in anderen sensiblen Bereichen wird mit besonderen Schutzmaßnahmen gearbeitet. Denkbar wären z.B, Zeitfenster und Terminketten für besonders lärmintensive Tätigkeiten. Das wird die Bauarbeiten verlängern - hier ist aber das Investoreninteresse gegen die Existenzsicherung für das Filmorchester abzuwägen. Zudem ist das vom Filmorchester genutzte Aufnahmestudio mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert worden, so dass hier auch öffentliche Interessen unmittelbar berührt sind.

Das so etwas überhaupt möglich ist, zeigt, dass der Verwertungsdruck auf dem Potsdamer Immobilienmarkt unbedingt stadtplanerisch gesteuert und begrenzt werden muss. Es wäre geradezu absurd, wenn die Errichtung eines Bürogebäudes eine hundertjährige Orchestertradition beenden würde!"