21. Juni 2017 Michél Berlin, OV Babelsberg/Zentrum-Ost

Gesundheit darf keine Ware sein

Die Babelsberger LINKE hat den Verkauf des Ärztehauses in der Kopernikusstraße an eine Immobiliengesellschaft kritisiert und sieht auch die Stadt in der Pflicht.

Der Ortsvorsitzende und Stadtverordnete Michél Berlin kritisierte das Verhalten der AOK, die das Gebäude verkauft hatte. “Es ist unerklärlich, wie sich eine Krankenkasse aus ihrer Verantwortung gegenüber tausenden Patienten unter fadenscheinigen Ausreden entzieht. Im Interesse der Patienten wäre nicht nur „der wirtschaftliche Umgang mit den Beitragsgeldern“ sondern vor allem die Sicherstellung der Patientenversorgung. Gesundheit ist keine Ware, von der man sich Profit erhoffen kann. Zumindest eine Krankenkasse sollte das verstanden haben!“

Die im Strahleninstitut ansässigen Ärzte fürchten, dass sie ihre Praxen aufgeben müssen. Tausende Patienten wären davon betroffen. Michél Berlin wies darauf hin, dass es zweifelhaft sei, „ob das große Angebot und die Vielfalt an Ärzten weiterhin so konzentriert in Babelsberg angeboten werden könne. Bei der derzeitigen Immobiliensituation in Babelsberg könnten viele Ärzte den Stadtteil verlassen. Durch die Auflösung des Ärztehauses als Verbund geht zudem der praxisübergreifende Service für die Patienten verloren.“ so Berlin. Der Stadtverordnete appellierte an die Politik: „Falls der neue Eigentümer das Gebäude - wie bereits angekündigt - weiterverkaufen will, sollte die Stadt ihre Möglichkeiten zum Erwerb prüfen und damit zukünftig die medizinische Versorgung für die BabelbergerInnen und PotsdamerInnen sichern.”