11. April 2017 Michél Berlin

Adenauer-Platz passt nicht in die Zeit - Politisches Gespür verbietet Umbenennung

Angesichts der jüngsten Enthüllungen zum Agieren Konrad Adenauers in der Nachkriegszeit im aktuellen Spiegel fordert DIE LINKE Babelsberg, auf die Umbenennung des betreffenden Teils der Rosa-Luxemburg-Str. zu verzichten. Der Medienbericht, der auf historische Forschungen zurückgeht, legt nahe, dass Adenauer in seiner Amtszeit Oppositionspolitiker bespitzeln ließ und die Pressefreiheit beschneiden wollte. Er habe zudem ein „autoritäres Staatsverständnis“ gehabt.

Der Babelsberger Stadtverordnete Michél Berlin erklärte. „Die jüngsten Enthüllungen des Spiegels legen nahe, dass es Adenauer mit der Demokratie nicht ganz so ernst nahm, wie er vorgab. Anders ist eine Bespitzelung der politischen Konkurrenz nicht zu erklären. Einen Platz in Babelsberg nach ihm zu benennen, verbietet sich daher. Dieser Vorschlag passt nicht in die Zeit.“ DIE LINKE Babelsberg fordert einen Verzicht auf die Namensgebung.

  Die Causa Adenauer sollte doch noch einmal im Kulturausschuss debattiert werden. Wenn sich die Fakten ändern, muss man bestehende Entscheidungen hinterfragen. Lieber sich vorher etwas mehr Zeit nehmen, als später die Scherben aufkehren, ergänzt Sascha Krämer, stellv. Mitglied im Kulturausschuss.

Anbei finden sie einen Debattebeitrag vom Potsdamer Linken-Vorstandsmitglied Christian Wienert.