17. März 2017 Norbert Müller, MdB

Zeit für Lohngerechtigkeit

Die Blumen sind welk, das Lächeln verschwunden, die Sonntagsreden gehalten – der Frauentag ist vorbei. Was bleibt ist ein Arbeitsalltag für Frauen, der in der Realität kaum etwas mit den Wünschen zum 8. März gemein hat: Frauen bekommen im Durchschnitt noch immer rund 22 Prozent weniger Lohn für gleichwertige Arbeit, Frauen sind überdurchschnittlich in Care-Berufen beschäftigt, die von der Gesellschaft weder hinreichend wertgeschätzt noch bezahlt wird, Frauen sind überdurchschnittlich von prekärer Beschäftigung, Befristung und Leiharbeit betroffen. Das Risiko von Armut betrifft deutlich mehr Frauen als Männer.

Der Equal Pay Day macht alljährlich auf die geschlechts­spezifische Lohnlücke aufmerksam. In diesem Jahr fällt er auf den 18. März.

Rechnet man den durchschnittlichen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen von knapp 22 Prozent in Tage um, haben Frauen bis zum 18. März dieses Jahres umsonst gearbeitet.  Männer verdienen im Schnitt immer noch mehr als Frauen. 77 Tage müssen Frauen in diesem Jahr mehr arbeiten, um das Durchschnittsgehalt ihrer männlichen Kollegen zu bekommen. Diese Ungleichbehandlung muss endlich beendet werden.

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern steht in Deutschland im Grundgesetz. In der Realität sind wir aber immer noch weit davon entfernt. Deshalb habe die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit an Aktualität nichts verloren. Die Lücke im Gehalt hat sich in den vergangenen Jahren zwar weiter geschlossen - doch kommen wir leider nur in kleine Schritten voran. Frauen verdienen mehr als sie bekommen.