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Premiere des Films "Der marktgerechte Mensch"

Die neueste Dokumentation der Filmemacher Herdolor Lorenz und Leslie Franke feierte am 16.01. deutschlandweit Premiere. DIE LINKE.Potsdam hat den Film mitfinanziert und durfte deshalb auch die Premiere in Potsdam ausrichten. Etwa 70 Gäste folgten unserer Einladung ins Thalia Programmkino. Eingestimmt wurden sie von einem hervorragenden Inputreferat von Susanne Ferschl – Bundestagsabgeordnete, stv. Fraktionsvorsitzende der LINKEN und Sprecherin für Gute Arbeit. Susanne monierte, dass heute 40% der Deutschen weniger Geld haben als noch in den 1990er Jahren, jeder 5. im Niedriglohnsektor arbeitet und 7,5 Millionen Menschen gar in atypischer, prekärer Beschäftigung gefangen sind – befristet, in Leiharbeit oder in Mini Jobs. Diese Menschen leben in ständiger Angst und setzen sich auch nicht für bessere Arbeitsbedingungen ein, sie sind Beschäftigte 2. Klasse in der immer unsicherer werdenden Arbeitswelt. Ein Viertel aller Hartz-IV-Beziehenden ist sogar erwerbstätig – hier wird nicht nur die Arbeit abgewertet, sondern der Staat subventioniert sogar noch die Unternehmen.
DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass jede Arbeitsstunde sozialversicherungspflichtig ist, 12€ Mindestlohn als untere Auffanglinie eingeführt und v. a. die Tarifbindung erhöht werden. Leiharbeit gehört langfristig abgeschafft und die Gewerkschaften müssen gestärkt werden, um Hierarchien zu durchbrechen. Erste bestehende Erfolge, z. B. bei Amazon, gilt es zu unterstützen.

Susannes Themen durchzogen dann passenderweise auch den sehenswerten Film, zeigte Negativbeispiele wie bei H&M, Deliveroo, Freelancern, in der Transportbranche oder der Wissenschaft auf. Deutlich wurden dabei v.a. die fehlende Achtung vor dem Menschen und die extreme Entsolidarisierungs-Maschinerie, die unweigerlich zu Überlastung, Stress und immer mehr Wettbewerbsdruck führt. Der soziale Zusammenhalt zerbricht im ichbezogenen Konsumkapitalismus – Scheitern schreibt man fälschlicherweise sich selbst zu und nicht den desaströsen Arbeitsbedingungen. Dabei ist das eigentliche Problem, dass gerade einmal 36 Menschen in Deutschland genauso viel besitzen wie die Hälfte aller in Deutschland lebenden Menschen! Deutschland hat den größten Niedriglohnsektor Europas, das muss sich ändern.
Doch der Film macht auch Hoffnung, zeigt das Prinzip der Gemeinwohlökonomie und Firmen wie die Sparda-Bank München, die als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands mit ihrer Gemeinwohlbilanz erfolgreich sind: Achtung der Würde des Menschen, Kooperation und Solidarität, Partizipation, soziale Gerechtigkeit und ökologisch nachhaltiges Handeln. Hier wurde erkannt, dass die Wirtschaft für den Menschen da ist und nichts andersherum.
DIE LINKE steht an der Seite der Gewerkschaften und der Beschäftigten – gemeinsam sitzen wir am längeren Hebel. Wir müssen unsere Macht nur nutzen, denn der Mensch ist eben keine Ware.
Der Film „Der marktgerechte Mensch“ ist dazu geeignet, hierzu anzuregen und den Stein weiter ins Rollen zu bringen. DIE LINKE.Potsdam ist daher gern zu weiteren Vorführungen bereit. Außerdem läuft der Film aktuell in vielen Kinos.