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Schwerer Systemfehler im Jugendamt

In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses wurde ein neuer katastrophaler Rechenfehler im Jugendamt bekannt. Erneut entsteht ein ungeplanter Mehraufwand in Millionenhöhe. Dazu erklärt der Kreisvorsitzende der Potsdamer LINKEN und Mitglied des Jugendhilfe-Ausschusses, Stefan Wollenberg:

Diese erneute millionenschwere Fehlleistung des Jugendamtes macht mich einigermaßen fassungslos. 3.000 Kinder in der Planung einfach zu übersehen, ist schwerlich allein mit fehlendem Personal zu erklären. Hier liegt wohl ein grundlegender Fehler im System vor. Schon in der Debatte um die erhöhten Kita-Beiträge war ja öffentlich geworden, dass bewusst der rechtswidrige, für die Stadt aber deutlich günstigere Berechnungsansatz gewählt wurde.

Es ist eben nicht zielführend, Haushalte immer nur „schönzurechnen“, statt den Blick auf die realen Herausforderungen zu richten. Wir müssen hier eingehend über Ursachen und auch über Verantwortlichkeiten reden! Es wird auch nicht genügen, hier einfach nur mehr Stellen zu schaffen – es müssen Strukturen aufgebaut werden, die solche Fehler in Zukunft unmöglich machen. Dazu erwarte ich vom Oberbürgermeister sehr zügig überzeugende Vorschläge. Auch, wenn ich die Bildung des gemeinsamen Fachbereichs Schule, Jugend und Sport für einen richtigen Schritt halte, ist es notwendig, die Kolleg*innen in der Verwaltung bei diesem Schritt intensiv einzubeziehen, ihr Wissen und ihre Expertise zu nutzen. Derzeit scheint der Prozess eher über die Köpfe der betroffenen Mitarbeiter*innen hinwegzulaufen. Das führt selten zum gewünschten Ergebnis.

Wir Stadtverordneten werden künftig noch intensiver auf alles schauen, was aus dem Jugendamt kommt – hier muss vollständige Transparenz geschaffen werden. Dieses Bewusstsein erwarte ich auch von der Verwaltung. Dass der MAZ-Bericht zur gestrigen Finanz-Ausschuss-Sitzung im städtischen Pressespiegel nicht zu finden war, zeugt für mich von einem nach wie vor mangelnden Problembewusstsein.